„Was kostet denn so eine Makler-Website?“ ist die häufigste Frage im ersten Telefonat. Die ehrlichste Antwort ist unbequem. Sie lautet: kommt drauf an. Nicht weil ich ausweichen will, sondern weil der Preis fast vollständig von Entscheidungen abhängt, die vor dem ersten Pixel getroffen werden.
Ich versuche die Frage trotzdem zu beantworten. Mit Zahlen, mit Gründen, und mit dem, was ich als nach §34d GewO zugelassener Vermittler und als Webdesigner in den letzten Jahren gelernt habe.
Die drei Preisklassen, die im Markt kursieren
Wer heute nach einer Website für sein Maklerbüro sucht, stolpert über drei sehr unterschiedliche Angebotsschubladen.
Die erste beginnt bei ungefähr 500 Euro. Dafür bekommen Sie meist ein Baukastensystem mit einem Standard-Template, oft von einem Nebenbei-Anbieter oder einer großen Vermittler-Plattform, die Ihre Daten in ein vorgefertigtes Layout gießt. Optisch funktioniert das. Rechtlich und strategisch selten. Pflichtangaben nach §15 VersVermV werden dort gerne mit einem Klick ins Impressum geschoben und sind später kaum noch auffindbar.
Die zweite Schublade liegt grob zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Hier arbeiten kleine Agenturen oder Einzeldesigner, die eine individuelle Seite auf Basis von WordPress oder einem ähnlichen System bauen. Die Qualität schwankt stark. Gute Anbieter in diesem Bereich kennen die Pflichten der Branche nicht automatisch, also müssen Sie entweder alles selbst liefern oder am Ende nachbessern lassen.
Die dritte Schublade beginnt bei rund 8.000 Euro und endet dort, wo niemand mehr mitrechnet. Große Agenturen, klassische Brand-Prozesse mit Kickoff-Workshops, Moodboards, Styleguides. Für Konzerne sinnvoll. Für ein inhabergeführtes Maklerbüro fast immer überdimensioniert.
Was den Preis wirklich treibt
Der entscheidende Hebel ist nicht „Stundensatz mal Stunden“. Er ist die Frage, wie viel Vorarbeit schon da ist, wenn ein Projekt beginnt.
Eine Makler-Website braucht konkrete Texte, die den Leser durch eine rechtlich sensible Oberfläche führen. Sie braucht ein klares Leistungsbild. Sie braucht Bilder, die nicht nach Stockfoto riechen. Sie braucht Pflichtangaben, die nicht nur vorhanden, sondern auffindbar sind. Und sie braucht eine Logik, wie Interessenten zum Erstgespräch kommen.
Wenn all das fehlt, sitzen Sie nicht in einem Webdesign-Projekt. Sie sitzen in einem Content-, Rechts- und Strategie-Projekt, bei dem am Ende zufällig auch eine Website herauskommt. Das kostet mehr, weil jemand die Lücken füllen muss.
Was Sie selbst vorher klären können
Drei Dinge bringen fast jede Zusammenarbeit nach vorn.
Klären Sie für sich, welche Leistungen auf der Seite sichtbar werden sollen. Nicht die volle Spartenliste, sondern die drei bis fünf Schwerpunkte, aus denen tatsächlich Mandate entstehen. Wer alles zeigt, zeigt am Ende nichts.
Sammeln Sie, was Sie an Pflichtinformationen parat haben. IHK-Registrierungsnummer, Berufshaftpflicht, Aufsichtsbehörde, Schlichtungsstelle. Das steht bei den meisten schon im Impressum, oft unvollständig oder unauffindbar.
Und machen Sie sich ehrlich klar, wen Sie eigentlich ansprechen wollen. Privatkunden, gewerbliche Kunden, Gewerbespezialisierung mit einzelner Branche. Das verändert den Tonfall, die Bildwelt und das gesamte Seitenschema. Diese drei Vorarbeiten sparen in jedem seriösen Projekt mindestens eine Woche Rückfragen und entsprechend Geld.
Wie ich es handhabe
Ich arbeite zu Festpreisen, nicht zu Stundenbudgets. Der Grund ist einfach: ein Stundenbudget belohnt den Anbieter dafür, dass er langsam ist. Ein Festpreis belohnt beide Seiten dafür, dass am Anfang sauber abgesteckt wird, was gebaut wird.
Konkret heißt das: Erstgespräch, danach ein Angebot mit Seitenstruktur, Leistungsumfang, Anzahl der Korrekturschleifen und Liefertermin. Kein Kleingedrucktes, das nachträglich Punkte ergänzt. Keine „Das war nicht im Umfang“-Überraschungen.
Der Preis für ein solides Maklerbüro-Projekt liegt bei mir im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich. Was genau, hängt von Seitenumfang, Textbedarf und gewünschter Tiefe bei Themen wie SEO und lokaler Sichtbarkeit ab. Wer mehr will, bekommt mehr. Wer weniger braucht, zahlt weniger. Beides wird vorher besprochen, nicht im Nachhinein verrechnet.
Was nicht im Festpreis steckt
Ehrlicherweise gehört zu jedem Projekt ein zweiter Kostenblock, den viele Angebote verschweigen oder kleinreden. Eine WordPress-Website läuft nach dem Launch nicht von allein weiter. Sie braucht Hosting, regelmäßige System- und Plugin-Updates, Backups, einen DSGVO-konformen Cookie-Dienst und hin und wieder eine inhaltliche Anpassung, wenn sich in Ihrem Büro etwas ändert.
Die laufenden Kosten dafür bewegen sich in der Praxis zwischen 50 und 150 Euro im Monat, in den meisten Fällen rund 100 Euro. Die genaue Höhe hängt davon ab, wie viel Sie selbst übernehmen und wie viel ich oder jemand anderes pflegt. Auf das Jahr gerechnet sind das also rund 1.200 Euro. Über drei Jahre summieren sich Projekt- und Folgekosten bei einer soliden Lösung auf grob 5.000 bis 9.000 Euro.
Das ist kein Kleingedrucktes. Das ist die ehrliche Antwort auf die Frage, was eine Website über die Laufzeit wirklich kostet. Im Vergleich zu vielen anderen Akquisekanälen ist das immer noch moderat, aber es ist nicht null. Wer Ihnen erzählt, eine Website sei nach dem Launch kostenlos, hat entweder die Rechnung nicht gemacht oder will den Auftrag unter allen Umständen.
Der teuerste Fehler
Die günstigste Website ist fast nie die billigste.
Ich habe Kollegen erlebt, die mit einem 600-Euro-Baukasten gestartet sind, zwei Jahre später einen Relaunch brauchten, weil die alte Seite nicht mehr zum Büro passte, und am Ende deutlich mehr ausgegeben haben als in einem ordentlichen Erstprojekt. Der Grund war nicht die Website an sich, sondern die fehlende strategische Vorarbeit. Ein Baukasten verlangt keine strategische Vorarbeit. Er rächt sich deshalb später.
Wenn Ihre Website Mandate bringen soll und nicht nur existieren, dann ist der relevante Vergleich nicht „500 Euro gegen 3.000 Euro“. Er ist „3.000 Euro einmal richtig gegen 600 Euro jetzt plus Relaunch in zwei Jahren“.
Wie Sie herausfinden, was Ihr Projekt kostet
Der ehrlichste Weg ist ein Erstgespräch, in dem ich Fragen stelle, die Sie in dieser Form vermutlich noch nicht gehört haben. Zielgruppe, Sparten, Wettbewerber, Mandatsquelle, Anspruch. Danach schicke ich ein Angebot mit klarem Festpreis.
Wer vorab tiefer in das komplette Schema einsteigen will, findet auf meiner Seite für Versicherungsmakler die fünf Säulen im Detail, an denen ich jede Maklerbüro-Website messe. Kein Verkaufsdruck, kein Nachhaken. Wenn das Angebot nicht passt, passt es nicht. Wenn es passt, wissen Sie vom ersten Tag an, was Sie zahlen und was Sie bekommen.