Warum Ihr Versicherungsbüro bei Google nicht auftaucht

1. Juni 2026 · 6 Min. Lesezeit · Patrick Commerçon

Jemand in Ihrer Stadt googelt „Versicherungsmakler" und Ihren Ortsnamen. Es erscheinen drei Einträge mit Karte, Bewertungen und Kontaktdaten. Sie sind nicht dabei. Das passiert häufiger, als die meisten Vermittler denken. Die Gründe sind fast immer dieselben drei.
Illustration einer Lupe neben einer Stadtkarte, Artikelbild zu Google-Sichtbarkeit für Versicherungsmakler

Wenn jemand lokal nach einem Versicherungsmakler sucht, zeigt Google ganz oben ein sogenanntes Local Pack. Das sind die drei Einträge mit Karte, Bewertungssternen und Telefonnummer, die noch vor allen normalen Suchergebnissen erscheinen. Wer dort nicht steht, wird in den meisten Fällen gar nicht wahrgenommen. Der Suchende klickt auf einen der drei Einträge, ruft an, macht einen Termin. Die Einträge darunter scrollt er selten bis nie.

Für ein Maklerbüro, das von regionalen Mandaten lebt, ist das Local Pack damit der wertvollste Platz im gesamten Internet. Und gleichzeitig der am meisten vernachlässigte. In meiner Praxis als Webdesigner und als zugelassener Vermittler mit eigenem Versicherungsbüro sehe ich drei Gründe, die dafür verantwortlich sind.

Grund 1: Kein Google Business Profil oder ein vernachlässigtes

Das Google Business Profil (früher Google My Business) ist der Eintrag, der in der Kartenansicht erscheint. Ohne dieses Profil existieren Sie für Google Maps nicht. So einfach ist das. Kein Profil, kein Local Pack, keine lokale Sichtbarkeit.

Viele Maklerbüros haben ein Profil, das irgendwann einmal angelegt wurde und seitdem nicht mehr gepflegt wird. Die Öffnungszeiten stimmen nicht mehr, das Foto zeigt den alten Standort, die Beschreibung ist leer, und die Leistungen sind nicht hinterlegt. Google bewertet Aktivität. Ein Profil, das seit zwei Jahren unangetastet ist, wird von einem gepflegten Profil in derselben Stadt verdrängt.

Was konkret gepflegt werden muss: Die Hauptkategorie muss zu Ihrer tatsächlichen Tätigkeit passen. Für Makler ist das „Versicherungsmakler“. Für gebundene Vermittler oder Mehrfachagenten kommen andere Kategorien wie „Versicherungsagentur“ in Frage, die zur jeweiligen Zulassungssituation passen. Wählen Sie nicht „Finanzberater“ oder „Dienstleistungsunternehmen“, weil das zu unspezifisch ist und Sie aus den eigentlich passenden Suchanfragen herauskatapultiert. Zusatzkategorien sind sparsam zu verwenden und nur, wenn sie Ihre Tätigkeit wirklich treffen. Die Leistungen sollten so formuliert sein, wie Ihre Kunden danach suchen würden. Nicht „Ganzheitliche Risikoanalyse“, sondern „Berufsunfähigkeitsversicherung“, „Gewerbeversicherung“, „Private Krankenversicherung“. Dazu aktuelle Fotos, mindestens vom Büro und von Ihnen persönlich. Und eine Beschreibung, die in zwei bis drei Sätzen sagt, wer Sie sind, wo Sie arbeiten und was Sie anbieten.

Ein Punkt, den viele übersehen: Google erlaubt regelmäßige Beiträge im Profil, ähnlich wie Social-Media-Posts. Ein kurzer Beitrag pro Woche, etwa ein Hinweis auf ein Versicherungsthema oder eine saisonale Information, signalisiert Google, dass hinter dem Profil ein aktives Unternehmen steht. Das kostet zehn Minuten und hat einen messbaren Effekt auf die Sichtbarkeit.

Grund 2: Die Website sendet keine lokalen Signale

Ihr Google Business Profil verweist auf Ihre Website. Google prüft dann, ob die Website das bestätigt, was im Profil steht. Wenn Ihr Profil „Versicherungsmakler in Homburg“ sagt, aber auf Ihrer Website weder „Homburg“ noch „Saarland“ auftaucht, entsteht eine Lücke, die Google registriert.

Lokale Signale auf der Website bedeuten: Der Ortsname erscheint im Seitentitel, in mindestens einer Überschrift und im Fließtext, ohne dass er künstlich hineingestopft wird. Ein Satz wie „Ich berate Privat- und Gewerbekunden im Raum Homburg und im Saarpfalz-Kreis“ ist ein natürliches lokales Signal. Zwanzig Mal „Versicherungsmakler Homburg“ auf einer Seite ist Spam und wird von Google bestraft.

Genauso wichtig ist die sogenannte NAP-Konsistenz. NAP steht für Name, Address, Phone. Diese drei Angaben müssen auf Ihrer Website, in Ihrem Google Business Profil, in Branchenverzeichnissen und überall sonst im Netz exakt identisch sein. Nicht „Versicherungsservice Commerçon GmbH“ an einer Stelle und „VS Commerçon“ an einer anderen. Google interpretiert Abweichungen als Unsicherheit und stuft Sie herunter.

Ein technisches Detail, das Webdesigner ohne Branchenerfahrung gerne vergessen: Die Verbindung zwischen Website und Google Business Profil muss in beide Richtungen funktionieren. Im Profil steht die URL Ihrer Website. Auf Ihrer Website sollte die Adresse und Telefonnummer im Footer stehen, idealerweise als strukturierte Daten (Schema.org LocalBusiness-Markup), damit Google die Zuordnung automatisch erkennt.

Grund 3: Keine Bewertungen

Bewertungen sind der dritte Faktor, und für Versicherungsvermittler gleichzeitig der schwierigste. Studien zeigen, dass über 90 Prozent der Konsumenten Online-Bewertungen lesen, bevor sie Kontakt zu einem Unternehmen aufnehmen. Gleichzeitig liegt der Durchschnitt in der deutschen Versicherungsbranche bei unter vier Bewertungen pro Agentur. Die meisten davon werden nicht einmal beantwortet.

Die Branche hat ein strukturelles Bewertungsproblem. Versicherungen sind kein Restaurant. Niemand geht nach einem BU-Beratungsgespräch nach Hause und denkt: „Das muss ich jetzt bei Google bewerten.“ Das Thema ist privat, die Entscheidung oft komplex, und der emotionale Impuls, eine Bewertung zu schreiben, fehlt fast vollständig.

Über 90 Prozent lesen Bewertungen, bevor sie anrufen. Die meisten Maklerbüros haben keine fünf.

Die Lösung ist keine Raketentechnik, aber sie erfordert Disziplin. Der richtige Zeitpunkt ist direkt nach einer positiven Erfahrung: Eine unkomplizierte Schadenregulierung, ein gutes Beratungsgespräch, ein Vertragswechsel, der dem Kunden Geld gespart hat. In diesem Moment ist die Zufriedenheit am höchsten und die Bereitschaft, eine Bewertung zu schreiben, am größten.

Konkret funktioniert das am besten so: Erstellen Sie in Ihrem Google Business Profil den direkten Bewertungslink (unter „Mehr Kunden gewinnen“ oder „Bewertungen teilen“). Dieser Link öffnet direkt das Bewertungsfenster, ohne dass der Kunde selbst suchen muss. Senden Sie diesen Link per E-Mail nach einem erfolgreichen Abschluss, zusammen mit einem kurzen, persönlichen Satz. Kein Massenmailing, kein automatisierter Textbaustein. Ein Satz wie „Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Erfahrung bei Google teilen“ reicht.

Und genauso wichtig: Antworten Sie auf jede Bewertung. Auf positive mit einem kurzen Dank. Auf negative sachlich und lösungsorientiert. Google gewichtet Unternehmen, die auf Bewertungen reagieren, höher als solche, die es nicht tun. Und potenzielle Neukunden, die Ihre Bewertungen lesen, achten weniger auf den gelegentlichen Dreisterne-Eintrag als auf die Art, wie Sie damit umgehen.

Was ich bei meinem eigenen Versicherungsbüro gemacht habe

Ich betreibe neben meiner Tätigkeit als Webdesigner die Versicherungsservice Commerçon GmbH in Homburg. Als ich das Google Business Profil für das Büro eingerichtet habe, habe ich genau diese drei Schritte durchlaufen. Die passende Branchenkategorie gesetzt, Leistungen so formuliert, wie Kunden danach suchen, echte Fotos hochgeladen, die Website mit konsistenten NAP-Daten und lokalem Bezug ausgestattet, und nach positiven Beratungsgesprächen gezielt um Bewertungen gebeten.

Das ist kein Hexenwerk. Es ist Handwerk. Aber es ist Handwerk, das die meisten Maklerbüros nicht machen, weil es niemand erklärt hat und weil es im Tagesgeschäft untergeht. Genau deshalb baue ich diese Schritte in jedes Website-Projekt ein, das ich für Vermittler umsetze. Lokale Sichtbarkeit ist kein Bonus, der optional dazugebucht wird. Sie ist Teil des Fundaments.

Was Sie heute noch tun können

Drei Schritte, die weniger als eine Stunde kosten und sofort wirken.

Googeln Sie Ihren eigenen Firmennamen. Erscheint rechts ein Google Business Profil mit Karte, Adresse und Bewertungen? Wenn nein, legen Sie eines an. Wenn ja, prüfen Sie ob Kategorie, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Fotos aktuell sind.

Googeln Sie „Versicherungsmakler“ plus Ihren Ortsnamen. Erscheinen Sie im Local Pack (die drei Einträge mit Karte ganz oben)? Wenn nein, wissen Sie jetzt, warum.

Prüfen Sie Ihre Website: Steht Ihr Ortsname im Seitentitel, in einer Überschrift und mindestens einmal im Fließtext? Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer auf der Website mit dem Google Business Profil überein? Wenn nein, korrigieren Sie das.

Alles darüber hinaus ist der nächste Schritt: Strukturierte Daten, Bewertungsstrategie, regelmäßige Beiträge, Verknüpfung mit der Website-Architektur. Wenn Sie diesen Schritt mit jemandem gehen wollen, der das sowohl aus der SEO-Perspektive als auch aus der Vermittlerpraxis kennt, finden Sie auf meiner Seite für Versicherungsmakler den Einstieg. Was der Aufbau einer solchen Website an Positionierung voraussetzt, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben.

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